Schweißarbeitsplatz Vorschriften: Sichere Einrichtung und Arbeitsschutz für Betriebe

Was ist ein Schweißarbeitsplatz?
Ein Schweißarbeitsplatz ist ein Arbeitsbereich, der speziell für die Durchführung von Schweißarbeiten eingerichtet ist. Die Gestaltung und Ausstattung muss die Sicherheit der Schweißer und aller Menschen im Umfeld gewährleisten.
Schweißarbeitsplätze finden sich in der Werkstatt, in der Produktion und auf Baustellen. Je nach Schweißverfahren – vom Lichtbogenhandschweißen über das Schutzgasschweißen bis hin zu weiteren Verfahren – unterscheiden sich die Anforderungen an Einrichtung und Schutzmaßnahmen. Die Planung berücksichtigt neben der Art der Schweißarbeiten auch die Größe der Werkstücke, die Belüftung und die Absaugung von Schweißrauch.
Welche Vorschriften gelten für Schweißarbeitsplätze?
Die Vorschriften für Schweißarbeitsplätze sind in Deutschland durch ein umfassendes Regelwerk definiert. Die wichtigsten Rechtsgrundlagen im Überblick:
Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber, eine Gefährdungsbeurteilung für jeden Schweißarbeitsplatz durchzuführen. Die Gefahrstoffverordnung regelt den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen wie Schweißrauch und Gasen, die beim Schweißen freigesetzt werden.
TRGS 528: Zentrale Vorschrift für schweißtechnische Arbeiten
Die TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten“ ist die wichtigste technische Regel für die Einrichtung und den Betrieb von Schweißarbeitsplätzen in Deutschland. Sie beschreibt die Anforderungen an den Arbeitsschutz beim Schweißen und definiert eine klare Rangfolge der Schutzmaßnahmen.
Die TRGS 528 fordert von Arbeitgebern:
- Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung vor Aufnahme der Schweißarbeiten
- Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte für Schweißrauch und Gefahrstoffe
- Bereitstellung geeigneter Absaugung am Entstehungsbereich
- Ausstattung der Beschäftigten mit persönlicher Schutzausrüstung
- Regelmäßige Unterweisung der Mitarbeiter über Gefahren und Schutzmaßnahmen
Die Rangfolge der Maßnahmen nach TRGS 528 lautet: Substitutionsprüfung – also die Auswahl gefahrstoffarmer Verfahren und Werkstoffe – geht vor Erfassung an der Entstehungsstelle, Erfassung vor Verdünnung durch Raumlüftung. Technische Maßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen Maßnahmen und persönlicher Schutzausrüstung.
Aus guten Gründen legt die TRGS 528 besonderen Wert auf das Absaugen von Schweißrauch direkt am Entstehungsbereich – nur so lässt sich die Belastung der Atemluft zuverlässig reduzieren.
Gefahren beim Schweißen
Beim Schweißen treten verschiedene Gefahren auf, die ohne geeignete Schutzmaßnahmen die Gesundheit der Beschäftigten gefährden. Die wichtigsten Risiken im Überblick:
- Schweißrauch und Gefahrstoffe: Beim Schweißen entstehen feine Partikel aus Metalloxiden, die tief in die Lunge eindringen. Je nach Schweißverfahren und Grundwerkstoff können krebserregende Stoffe wie Chrom(VI) und Nickel freigesetzt werden. Schweißrauch ist eine der häufigsten Ursachen für Atemwegserkrankungen bei Schweißern. Die IARC hat Schweißrauch 2017 als krebserregend für den Menschen eingestuft (Gruppe 1).
- Strahlung: Beim Lichtbogenhandschweißen und anderen Verfahren entsteht intensive UV-Strahlung, die Augen und Haut des Körpers schädigt. Ohne Schweißerhelm drohen Verblitzungen und Hautverbrennungen.
- Hitze und Funkenflug: Temperaturen von mehreren tausend Grad am Lichtbogen und umherfliegende Funken erhöhen die Risiken für Verbrennungen und Brand. Die Schutzkleidung muss hitzebeständig sein und den Schutz des gesamten Körpers gewährleisten.
- Elektrische Gefahren: Schweißverfahren arbeiten mit hohem Strom. Der Kontakt mit spannungsführenden Werkstücken kann zu schweren Stromschlägen führen.
- Lärm und Gase: Bestimmte Schweißverfahren erzeugen hohe Lärmpegel. Zusätzlich entstehen beim Schweißen gesundheitsschädliche Gase wie Ozon und Stickoxide. Die Freisetzung dieser Stoffe hängt vom Verfahren und den Werkstoffen ab.
Schutzmaßnahmen am Schweißarbeitsplatz
Die Einrichtung eines sicheren Schweißarbeitsplatzes umfasst technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen. Die TRGS 528 gibt dabei die Rangfolge vor.
- Schweißrauchabsaugung und Belüftung: Die wirksamste Schutzmaßnahme gegen Schweißrauch ist die Erfassung direkt am Entstehungsbereich. Moderne Absauganlagen mit Erfassungselementen am Brenner oder als Punktabsaugung entfernen Schadstoffe aus der Atemluft, bevor sie den Bereich der Schweißer erreichen. Bei Luftrückführung in die Halle müssen Absauganlagen strenge Anforderungen an die Filterleistung erfüllen.
- Persönliche Schutzausrüstung: Die Ausstattung mit geeigneter Schutzausrüstung ist an jedem Schweißarbeitsplatz Pflicht. Dazu gehören Schweißerhelm mit geeignetem Schutzglas, flammhemmende Schutzkleidung, hitzebeständige Handschuhe und Sicherheitsschuhe. Je nach Belastungen am Arbeitsplatz kann zusätzlich Atemschutz erforderlich sein.
- Organisatorische Maßnahmen: Arbeitgeber müssen regelmäßige Unterweisungen durchführen, Arbeitsbedingungen dokumentieren und die Einhaltung der Vorschriften überwachen. Die TRGS 528 gibt Empfehlungen für den Stand der Technik bei der Gestaltung von Schweißarbeitsplätzen.
- Brandschutz: An Schweißarbeitsplätzen muss ein Feuerlöscher griffbereit sein. Bei Schweißarbeiten außerhalb fester Einrichtung ist eine Brandwache vorgeschrieben.
Saubere Luft am Schweißarbeitsplatz: So unterstützt Kiekens Ihren Betrieb
Pro Tag atmen wir etwa zwanzigtausend Mal. Dann kann die Luft nur besser sauber sein – besonders an Schweißarbeitsplätzen, wo die Belastungen durch Schweißrauch am höchsten sind. Bei Kiekens bieten wir Ihnen maßgeschneiderte Absauglösungen für die industrielle Staubabsaugung, die Schweißrauch direkt an der Entstehungsstelle erfassen.
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Ja, laut TRGS 528 ist die Absaugung von Schweißrauch in Deutschland verpflichtend. Arbeitgeber müssen geeignete Schutzmaßnahmen gegen die schädlichen Emissionen treffen.
Die effektivste Methode ist die Punktabsaugung mit brennerintegrierten Systemen oder Absaugarmen. Dabei wird der Schweißrauch direkt an der Entstehungsquelle erfasst und über leistungsstarke Filteranlagen gereinigt.




