Schweißrauch Grenzwert: Aktuelle Regelungen und Schutzmaßnahmen für Betriebe

Dieser Ratgeber erklärt, welche Schweißrauch-Grenzwerte gelten, wie Sie die Einhaltung sicherstellen und welche Maßnahmen bei einer Überschreitung greifen.
Was ist Schweißrauch und woraus besteht er?
Schweißrauch ist ein komplexes Gemisch aus Metalloxiden, Gasen und ultrafeinen Partikeln, das beim Schmelzen und Verdampfen von Werkstoffen während des Schweißens entsteht. Die Zusammensetzung des Schweißrauchs hängt vom Schweißverfahren, dem Grundwerkstoff und den verwendeten Zusätzstoffen ab.
Beim Schweißen von un- und niedriglegiertem Baustahl bilden sich hauptsächlich Eisenoxide (FeO, Fe₂O₃, Fe₃O₄). Bei legierten Stählen kommen Stoffe wie Mangan, Chrom und Nickel hinzu – Stoffe, die deutlich gefährlicher für die Gesundheit der Mitarbeiter sind als reine Eisenoxide.
Die im Schweißrauch enthaltenen Partikel werden in zwei Fraktionen unterteilt: E-Staub (einatembare Fraktion) umfasst alle Partikel bis etwa 10 Mikrometer, die über Mund und Nase eingeatmet werden. A-Staub (alveolengängige Fraktion) beschreibt die besonders kleinen Partikel, die bis in die Lungenbläschen (Alveolen) vordringen und dort Schäden verursachen.
Schweißrauch Grenzwerte in Deutschland
Die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS 900) legt in Deutschland die Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) für Schweißrauch fest. Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) hat diese Grenzwerte medizinisch begründet und verbindlich definiert.
Die wichtigsten Staubgrenzwerte im Überblick:
Der allgemeine Staubgrenzwert von 1,25 mg/m³ für A-Staub gilt seit 2014 in Deutschland. Für Mangan liegt der Grenzwert bei nur 0,02 mg/m³ in der alveolengängigen Fraktion – ein Wert, der ohne effektive Absaugung direkt an der Entstehungsstelle bei Schweißarbeiten kaum einzuhalten ist.
Bei einer Schweißrauchbelastung von über 3 mg/m³ schreibt die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) eine arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge für Schweißer und Kollegen im Umfeld vor. Die Einhaltung der Grenzwerte muss durch regelmäßige Luftmessungen am Arbeitsplatz überprüft und dokumentiert werden.
Staubgrenzwerte im internationalen Vergleich
Die Grenzwerte für Schweißrauch werden weltweit auf nationaler Ebene festgelegt. In Europa existiert derzeit keine einheitliche Regelung für Staubgrenzwerte beim Schweißen.
Ein Blick auf die internationalen Staubgrenzwerte zeigt deutliche Unterschiede:
Deutschland und die Niederlande gehören mit ihren niedrigen Staubgrenzwerten zu den strengsten Ländern weltweit. In 11 der 14 von der DGUV gelisteten Vergleichländer liegt der Grenzwert bei 5 mg/m³ – also vier Mal höher als in Deutschland.
Die Occupational Health and Safety Administration (OSHA) in den USA setzt den Grenzwert für Schweißrauch bei 5 mg/m³ für einen Achtstundentag an. Großbritannien verscharfte die Überwachung von Schweißrauchemissionen in den letzten Jahren und kontrolliert die Einhaltung über die Health and Safety Executive (HSE).
Gesundheitsrisiken bei Grenzwertüberschreitung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Schweißrauch als krebserregend ein. Eine Exposition oberhalb der geltenden Grenzwerte erhöht das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen erheblich.
Kurzfristig verursacht das Einatmen von Schweißrauch Reizungen der Atemwege und Augen sowie Symptome wie Kopfschmerzen und Schwindel. Langfristige Belastung durch Schweißrauchemissionen kann zu chronischer Bronchitis, Lungenkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen führen.
Besonders gefährlich sind Chrom(VI)- und Nickelverbindungen im Schweißrauch, die als krebserregend gelten. Mangan im Schweißrauch kann neurologische Schäden verursachen, die zu Parkinson-ähnlichen Symptomen führen – ein Gesundheitsrisiko, das viele Betriebe in der Arbeitswelt unterschätzen.
Maßnahmen zur Einhaltung der Schweißrauch Grenzwerte
Die TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten“ beschreibt eine klare Maßnahmenhierarchie für den Arbeitsschutz beim Schweißen: Vermeiden geht vor Erfassen an der Entstehungsstelle, Erfassen vor Verdünnen der Konzentration durch Hallenbelüftung.
Effektive Absaugsysteme direkt an der Entstehungsstelle sind die wichtigste technische Maßnahme gegen Schweißrauch. Moderne Punktabsaugung mit integrierten Brennern erfasst Schweißrauch dort, wo er entsteht – bevor die Partikel in den Atembereich der Schweißer gelangen. Die Überwachung der Luftqualität am Arbeitsplatz stellt sicher, dass die Grenzwerte dauerhaft eingehalten werden.
Ergänzend zur Absaugtechnik empfiehlt der Arbeitsschutz den Einsatz persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und regelmäßige Schulungen für Schweißer und Kollegen über die Risiken von Schweißrauch. Die Normen DIN EN ISO 21904 definieren dabei die Anforderungen an Absaug- und Filtergeräte für schweißtechnische Arbeiten.
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