Button Text

Staubabsaugung bei Vitaminzusätzen

Voedingsmiddelen & diervoeder
Chemisch & farmaceutisch
Vitaminzusätze werden in Gramm pro Tonne dosiert. Genau deshalb zählt jeder Rest, der irgendwo liegen bleibt. Etwas Staub, der vom Wiegeraum in die nächste Charge wandert, ist nicht nur eine Arbeitsschutzfrage, sondern auch ein Problem für die Produktsicherheit. Die Absauganlagen von Kiekens erfassen ihn in dem Moment, in dem er entsteht – damit er weder in den Atembereich noch in die falsche Charge gelangt.

Was ist Staub von Vitaminzusätzen?

Beim Wiegen, Mischen und Verpacken von Mikroingredienzien für die Tierernährung entsteht viel Staub. Es geht dabei um winzige Mengen an Vitaminen, Spurenelementen, Aminosäuren und Enzymen. Diese Stoffe schweben selten in reiner Form durch die Luft. Vitamine werden nämlich fast immer auf einem Trägerstoff geliefert – etwa Weizengriess oder Kalksteinmehl - um sie gleichmässig dosieren zu können. Diese Mischung wird als Vormischung oder Premix bezeichnet. Was in die Luft gelangt, ist also stets eine Kombination aus Wirkstoff und Träger, und genau dieses Verhältnis bestimmt, wie sich der Staub verhält. Daneben spielen die Materialeigenschaften eine grosse Rolle: Manche Zutaten ziehen Feuchtigkeit an und verklumpen, während andere durch eine Öl- oder Fettschicht an allem haften bleiben.

‍

Warum dieser Staub anders ist als Schüttgut

Bei Getreide oder Mehl liegt das Problem in der grossen Menge. Hier ist es gerade die geringe Menge, die es gefährlich macht. Das grösste Risiko ist die Verschleppung: das unbemerkte Übertragen von Staub in eine nachfolgende Charge. Da eine Mikrokomponente in minimalsten Mengen zugesetzt wird, kann schon ein winziger Rest zurückgebliebenen Staubs eine ganze neue Charge verderben. Das gilt erst recht für Arzneifuttermittel oder Stoffe mit einem strengen gesetzlichen Grenzwert. Staub, der im Raum hängen bleibt und sich auf Waagen, Säcken oder Kleidung absetzt, ist hier der grösste Übeltäter. Eine gute Absauganlage schützt also zweierlei zugleich: die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter und die Qualität Ihres Produkts. Das Schwierige ist, dass sich dieser Staub nicht ohne Weiteres erfassen lässt. Feuchtigkeitsanziehende Stoffe verklumpen im Filter, fettige Partikel haften an den Wänden, und winzigste Trägerpartikel dringen überall hindurch. Eine Absauganlage muss all diese unterschiedlichen Eigenschaften gleichzeitig beherrschen, denn in einem Vormischungsbetrieb treten diese Stoffe durcheinander auf.

‍

Wo dieser Staub entsteht

Die Exposition gegenüber diesem Staub konzentriert sich auf einige wenige Stellen. Gerade an diesen Punkten wird häufig noch offen gearbeitet:

  • Der Wiegeraum: Das manuelle Abwiegen aus Säcken und Behältern erfolgt dicht am Gesicht. Das sorgt in der Regel für die höchste Staubkonzentration im gesamten Betrieb.
  • Sackentleerung: Das Ausleeren von Säcken in Mischer und Vorratsbehälter.
  • Der Mischprozess: Freiwerdender Staub beim Befüllen und Entleeren der Mischer.
  • Transport und Übergabe: Staubige Stellen beim pneumatischen Transport und an Übergabepunkten.
  • Abfüllung und Verpackung: Das Einsacken und Verpacken der fertigen Vormischung.
  • Reinigung und Rezepturwechsel: Staub, der beim Reinigen der Räume oder beim Wechsel der Rezeptur entsteht.

‍

Gesundheitsrisiken

Das Risiko folgt der Zusammensetzung, und die unterscheidet sich je Rezeptur. Zwei Wege kehren immer wieder.

  • ‍Reizung von Atemwegen, Augen und Haut. Feines Pulver wirkt mechanisch reizend, unabhängig vom Inhalt. Bei offener Handhabung im Wiegeraum kann die Konzentration schnell ansteigen.‍
  • Sensibilisierung. Bestimmte Enzyme und Zusatzstoffe können eine dauerhafte Allergie auslösen, mit Berufsasthma als Folge. Wer einmal sensibilisiert ist, reagiert danach bereits auf sehr geringe Konzentrationen.

Welche Risiken für Ihre Rohstoffe konkret gelten, steht im Sicherheitsdatenblatt Ihres Lieferanten. Das ist der Ausgangspunkt, nicht der Produktname auf dem Sack.

Was die Absaugung hier leistet

Atemschutz wirkt nur, solange er getragen wird und richtig sitzt, und im Wiegeraum steht er bei jedem Handgriff im Weg. Die Erfassung an der Quelle wirkt für alle im Raum, auch für den Kollegen, der nur kurz einen Sack holt. Genau diese Rangfolge schreibt die Gefahrstoffverordnung vor. Und der Effekt reicht über die Gesundheit hinaus: weniger Staub im Raum bedeutet weniger Verschleppung und weniger verworfene Chargen.

‍

Brand- und Explosionsgefahr

Dieser Staub ist organisch und brennbar. Fein in der Luft verteilt bildet er ein explosionsfähiges Gemisch; die meisten Vormischungsstäube fallen in die Staubexplosionsklasse St 1, die Kenngrössen unterscheiden sich jedoch je Rezeptur und Trägerstoff. Zwei Punkte sind hier spezifisch. Fettummantelte Komponenten können sich in Filtern und Leitungen zu einer Schicht ablagern, die schwelt statt abzubrennen. Und da sich Rezepturen ändern, ändern sich auch die Kenngrössen – eine Anlage, die auf ein Gemisch ausgelegt ist, ist es nicht automatisch auch auf das nächste. Die ATEX-Richtlinien 2014/34/EU und 1999/92/EG sind anzuwenden, mit Zoneneinteilung und Explosionsschutzdokument.

‍

Vorschriften und Regelwerk

Die Gefahrstoffverordnung verpflichtet Sie, die Exposition zu beurteilen und so weit wie möglich zu senken, mit technischen Massnahmen an der Quelle vor persönlicher Schutzausrüstung. Bei sensibilisierenden Komponenten gilt zusätzlich das Minimierungsgebot, auch unterhalb des Grenzwerts. Die Expositionsermittlung erfolgt nach TRGS 402 und DIN EN 689.

Daneben gelten für das Endprodukt die EU-Futtermittelrechtsvorschriften sowie die darauf aufbauenden Qualitätsstandards wie GMP+ und FAMI-QS, letzteres speziell für Vormischungen und Futtermittelzusatzstoffe. Diese stellen unter anderem Anforderungen an Verschleppung und Reinigung zwischen Rezepturen. Eine gut ausgelegte Absauganlage ist dabei eine der Massnahmen, mit denen Sie das nachweisbar machen.

‍

Branchen, in denen dieser Staub eine Rolle spielt

  • Hersteller von Vitaminen und Futtermittelzusatzstoffen
  • Vormischungsbetriebe
  • Mischfutterindustrie
  • Heimtierfutterproduktion
  • Aqua- und Spezialfutter

‍

Wie saugen Sie diesen Staub wirksam ab?

Der Ansatz dreht sich um die Punkte, an denen offen gearbeitet wird, und darum, zu verhindern, dass Staub zwischen Rezepturen wandert.

  • ‍Absaugung am Wiegepunkt. Ein abgesaugter Wiegetisch oder ein Wiegeschrank erfasst den Staub in dem Moment, in dem der Sack geöffnet wird. Das ist der Punkt mit der höchsten Exposition und dem grössten Verschleppungsrisiko – hier beginnt es.‍
  • Erfassung an Schütt- und Übergabestellen, damit beim Befüllen und Entleeren kein Staub in den Raum gelangt‍
  • Vorabscheidung vor dem Hauptfilter, damit gröbere Trägerpartikel das Feinfilter nicht zusetzen.‍
  • Filtration abgestimmt auf klebrigen und verklumpenden Staub. Bei hygroskopischen und fettummantelten Komponenten verdienen Filtermedium und Abreinigungseinstellung besondere Aufmerksamkeit.‍
  • Reinigungsfähigkeit als Auslegungskriterium. Glatte Oberflächen, minimale tote Winkel und gute Zugänglichkeit bestimmen, wie schnell und wie vollständig Sie zwischen Rezepturen reinigen können.‍
  • ATEX-Ausführung passend zur festgelegten Zone, mit Erdung und Funkenerkennung, wo erforderlich.

Unsere Ingenieure ermitteln je Situation, welche Komponenten verarbeitet werden, wo offen gearbeitet wird und wie oft die Rezeptur wechselt. Daraus ergeben sich Leistung, Filterwahl und Ausführung.

‍

Staubbeherrschung für Vitaminzusätze durch Kiekens

Mit über 100 Jahren Erfahrung in der industriellen Staubabsaugung bauen wir Anlagen für Hersteller von Vitaminen, Vormischungen und Futtermittelzusätzen – von der Wiegekabine bis zur zentralen Entstaubung. Wir beginnen mit einer Bestandsaufnahme: Wo werden die Säcke geöffnet, wie oft wechseln Sie die Rezeptur, was setzt sich in Ihrem Filter fest? Anschließend übernehmen wir Planung, Bau und Wartung aus einer Hand. Mit dem Clean Air Plan halten wir Ihre Anlage das ganze Jahr über in Topform.

Möchten Sie wissen, wie viel Staub an Ihren Wiege- und Dosierpunkten freigesetzt wird? Fordern Sie eine unverbindliche Nullmessung bei einem unserer Spezialisten an.

Veelgestelde vragen (FAQ)
00
Wie viel Staub darf in die nächste Charge gelangen?

Eigentlich nichts. Bei Zusatzstoffen, die in Gramm pro Tonne dosiert werden, kann schon eine geringe Menge zurückgebliebenen Staubs die nächste Charge ausserhalb der Spezifikation bringen. Das gilt besonders streng für medizinierte Vormischungen. Der einzige sichere Weg ist, den Staub an der Quelle zu erfassen, damit er gar nicht erst die Chance hat, sich zu verteilen.

00
Warum setzt sich mein Filter immer wieder zu?

Meist durch Feuchtigkeit oder Fett im Staub. Vitamine und Zusatzstoffe sind häufig hygroskopisch oder mit Öl ummantelt, und das verhält sich anders als trockenes Mehl oder Getreidestaub. Ein Standardfilter, der darauf nicht ausgelegt ist, setzt sich zu, statt sich freizublasen. Die Lösung liegt im Filtermedium und in der Abreinigungseinstellung, nicht in einem stärkeren Motor.

00
Wie bekomme ich meinen Wiegeraum zwischen zwei Rezepturen sauber?

Beginnen Sie an der Quelle: Ein abgesaugter Wiegetisch oder Wiegeschrank verhindert, dass überhaupt Staub in den Raum gelangt. Was dann noch zu reinigen bleibt, geht schnell, wenn Ihre Anlage glatte Oberflächen und wenige tote Winkel hat. Das spart Zeit bei jedem Wechsel, nicht nur bei der grossen Reinigung.

00
Ist dieser Staub gefährlich einzuatmen?

Das hängt vom Inhalt ab. Feines Pulver reizt in jedem Fall Atemwege und Augen, und manche Enzyme und Zusatzstoffe können eine dauerhafte Allergie auslösen. Das Sicherheitsdatenblatt Ihres Lieferanten zeigt, was konkret in Ihren Rohstoffen steckt – erfassen Sie das, bevor es jemand einatmet.