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Quarzstaub: der feinste Anteil ist der gefährlichste

Abrasieve processen
Mijnbouw & grondstoffen
Quarz steckt in fast allem, was Ihnen auf einer Baustelle oder in einem Steinbearbeitungsbetrieb begegnet: Sandstein, Granit, Beton, Quarzkomposit-Arbeitsplatten, Formsand, Strahlmittel. Solange das Material unversehrt ist, passiert nichts. Sobald Sie es sägen, schleifen, bohren oder strahlen, entsteht Staub, dessen feinster Anteil bis in die Lungenbläschen vordringt und dort bleibt. Die Absauganlagen von Kiekens erfassen ihn dort, wo er entsteht – bevor er den Atembereich erreicht.

Was ist Quarzstaub?

Quarz ist die häufigste Form von kristallinem Siliziumdioxid, international als Silica bezeichnet. Es gehört zu den verbreitetsten Mineralen der Erde und steckt in nahezu jedem steinartigen Baustoff.

Wichtige Unterscheidung: Quarz ist kristallines Siliziumdioxid. Daneben gibt es amorphes Siliziumdioxid, etwa in Glas und Kieselgur, und das verhält sich im Körper vollkommen anders. Die Vorschriften und Gesundheitsrisiken auf dieser Seite beziehen sich auf die kristalline Form.

Quarz an sich ist ungefährlich. Eine Granitfliese im Boden macht niemandem Probleme. Das Risiko entsteht erst durch mechanische Bearbeitung: Sägen, Schleifen, Bohren, Fräsen, Brechen und Strahlen machen aus festem Material eine Partikelwolke. Und ein Teil davon ist klein genug, um bis in die Lungenbläschen zu gelangen.

Worin steckt Quarz?

Der Quarzgehalt unterscheidet sich stark je nach Material, und er bestimmt, wie viel Staub Sie bei derselben Bearbeitung aufnehmen.

  • Quarzkomposit-Arbeitsplatten: der höchste Gehalt überhaupt. Das Material besteht größtenteils aus fein gemahlenem Quarz in Kunstharz.
  • Sandstein und Quarzit: sehr hoher Gehalt.
  • Granit: erheblich, je nach Sorte.
  • Beton, Mörtel und zementgebundene Produkte: der Quarz steckt vor allem im Sand und Kies. Siehe auch unsere Seite zu Zementstaub.
  • Formsand: in Gießereien beim Formen, Auspacken und Regenerieren.
  • Quarzhaltige Strahlmittel: für das Freistrahlen weitgehend untersagt, in geschlossenen Kabinen jedoch noch im Einsatz.
  • Ton, Keramik und Glasrohstoffe: beim Mischen und Trocknen von Pulvern.
  • Kalkstein und Marmor: gerade niedrig, was sie bei der Bearbeitung weniger riskant macht.

Verlassen Sie sich im Zweifel nicht auf das Aussehen, sondern auf das Sicherheitsdatenblatt Ihres Lieferanten. Zwei optisch identische Gesteinssorten können stark voneinander abweichen.

Warum gerade die feinste Fraktion zählt

Bei Quarzstaub kommt es nicht darauf an, wie viel Staub Sie sehen. Der sichtbare Staub - die Körner, die sich auf der Kleidung absetzen - bleibt größtenteils in Nase und Rachen hängen und wird wieder abgehustet.

Das Problem liegt in der alveolengängigen Fraktion: Partikel unterhalb von etwa vier Mikrometern, die Sie nicht sehen und die stundenlang in der Luft schweben. Sie sind klein genug, um die Lungenbläschen zu erreichen. Dort angekommen bekommt der Körper sie nicht mehr heraus, weil Quarz sich kaum auflöst.

Das erklärt zwei Dinge, die in der Praxis oft falsch eingeschätzt werden. Ein Arbeitsplatz kann sauber aussehen und trotzdem weit über der Beurteilungsgrenze liegen. Und der Kollege, der zwanzig Meter entfernt arbeitet und selbst nicht sägt, atmet dieselbe feine Fraktion ein.

Gesundheitsrisiken durch Quarzstaub

  • Silikose, die Staublunge. Die Partikel, die in den Lungenbläschen zurückbleiben, lösen eine Entzündungsreaktion aus, die in Narbengewebe mündet. Die Lunge wird steifer und nimmt weniger Sauerstoff auf. Dieser Prozess heilt nicht aus und schreitet fort, auch nachdem die Exposition beendet wurde. Im fortgeschrittenen Stadium wird jede Anstrengung zur Atemnot.
  • Lungenkrebs. Alveolengängiger kristalliner Quarzstaub ist als krebserzeugend für den Menschen eingestuft. Es gibt keine Konzentration, unterhalb derer nachweislich nichts geschieht - deshalb gilt hier das Minimierungsgebot und nicht das Unterschreiten einer Marke.
  • COPD und erhöhte Anfälligkeit. Langfristige Exposition führt zu dauerhafter Atemnot und einem erhöhten Risiko für Lungenentzündung und Tuberkulose.
  • Beschleunigte Silikose bei Quarzkomposit. Weltweit treten seit einigen Jahren Fälle bei jungen Beschäftigten auf, die Kompositarbeitsplatten trocken bearbeiten. Durch den extrem hohen Quarzgehalt entsteht die Erkrankung nicht nach dreißig Jahren, sondern mitunter schon nach fünf. Das ist derzeit das deutlichste Beispiel dafür, warum Trockenbearbeitung ohne Absaugung nicht vertretbar ist.

Das Tückische an Quarzstaub ist der zeitliche Verlauf. Wer heute zu viel einatmet, merkt jahrelang nichts davon. Wenn die ersten Beschwerden kommen, ist der Schaden bereits da und nicht mehr umkehrbar. Genau deshalb ist die Absaugung kein Schlussposten, sondern der Ausgangspunkt.

Vorschriften und Regelwerk

Maßgeblich ist die Gefahrstoffverordnung. Sie verpflichtet zur Gefährdungsbeurteilung und gibt die Rangfolge der Schutzmaßnahmen vor: erst Substitution, dann technische Maßnahmen an der Quelle, dann organisatorische, persönliche Schutzausrüstung zuletzt. Atemschutz ist eine Ergänzung, kein Ersatz.

Die zentrale Regel für Tätigkeiten mit mineralischem Staub ist die TRGS 559. Sie beschreibt die Ermittlung der Exposition, die Schutzmaßnahmen nach Tätigkeitsgruppen und die Anforderungen an die Absaugung. Der Allgemeine Staubgrenzwert nach TRGS 900 gilt für die alveolengängige und die einatembare Fraktion.

Für Quarzfeinstaub gilt eine Besonderheit: Als krebserzeugender Stoff wird er nicht über einen klassischen Arbeitsplatzgrenzwert geregelt, sondern über das risikobezogene Maßnahmenkonzept der TRGS 910 mit Akzeptanz- und Toleranzkonzentration. Aus der Einstufung folgen zudem das Expositionsverzeichnis und die arbeitsmedizinische Vorsorge nach ArbMedVV.

Die Expositionsermittlung erfolgt nach TRGS 402 und DIN EN 689, mit Messungen im Atembereich. Für Luftfilter gilt die Klassifizierung nach DIN EN ISO 16890. Die ATEX-Richtlinien greifen hier nicht: Quarzstaub ist nicht brennbar und bildet kein explosionsfähiges Gemisch.

Branchen, in denen Quarzstaub eine Rolle spielt

  • Naturstein- und Kompositbearbeitung
  • Bau, Sanierung und Abbruch
  • Beton- und Fertigteilindustrie
  • Gießereien: Formen, Auspacken und Sandregenerierung
  • Gewinnung und Aufbereitung von Sand, Kies und Schotter
  • Keramik-, Glas- und Feuerfestindustrie
  • Strahlbetriebe und Oberflächentechnik

Wie saugen Sie Quarzstaub wirksam ab?

Der Grundsatz bleibt derselbe: Erfassen Sie den Staub dort, wo er entsteht. Bei Quarz wiegt das schwerer als bei fast jeder anderen Staubart, weil die gefährliche Fraktion so fein ist, dass sie sich im gesamten Raum verteilt, sobald sie einmal in der Luft hängt. Was Sie an der Quelle verpassen, bekommen Sie mit Raumlüftung nicht mehr weg.

  • An ortsfesten Maschinen. Sägetische, Schleifbänke, Brechanlagen und Sandregenerierung erhalten eine feste Erfassung, angeschlossen an eine zentrale Anlage. Da Quarzstaub hart und abrasiv ist, verdient die Ausführung Aufmerksamkeit: verschleißfeste oder ausgekleidete Bögen, großzügige Radien und ein verschleißfestes Ventilatorlaufrad verhindern, dass Sie binnen weniger Jahre undichte Leitungen haben. Ein Vorabscheider oder Zyklon nimmt die grobe Fraktion auf und verlängert die Standzeit des Hauptfilters.
  • An Handwerkzeugen. Hier ist die Quelle klein und bewegt sich mit. Werkzeuggebundene Absaugung ist der Ausgangspunkt: ein Sauger direkt am Winkelschleifer, an der Säge oder der Bohrmaschine, mit einer Absaughaube, die den Staub dort erfasst, wo die Scheibe das Material berührt. Wegen der Krebseinstufung ist Staubklasse H hier der Maßstab. Achten Sie dabei auf ausreichenden Volumenstrom: Ein H-Sauger, der zu wenig Luft zieht, erfasst am Schnitt trotzdem zu wenig.
  • Nassbearbeitung. Wasser bindet den Staub an der Quelle und ist bei vieler Steinbearbeitung das übliche Verfahren. Es ist wirksam, aber nicht vollständig: Sobald der Schlamm antrocknet, kann der Staub wieder aufgewirbelt werden  Reinigen gehört also dazu. Und schließen Sie beim Nassarbeiten niemals einen Trockensauger an.

Für die feinste Fraktion ist Hochleistungsfiltration erforderlich. Unsere Ingenieure bestimmen je Situation, welche Kombination aus Leistung, Filtration und Ausführung zum Material, zur Bearbeitung und zur Größe Ihres Betriebs passt. Geht es vor allem um das Schleifen unterschiedlicher Werkstoffe, sehen Sie auch unsere Seite zu Schleifstaub.

Kiekens: Ihr Spezialist für Quarzstaubabsaugung

Mit über 100 Jahren Erfahrung in der industriellen Staubabsaugung bauen wir Anlagen für die härtesten und abrasivsten Anwendungen. Von einem einzelnen abgesaugten Sägetisch bis zur zentralen Entstaubung einer kompletten Steinbearbeitungshalle oder Gießerei. Wir beginnen mit Hinsehen: welches Material, welche Bearbeitung, wo der Mitarbeiter steht. Danach planen, installieren und warten wir – aus einer Hand. Mit dem Clean Air Plan halten wir die Anlage ganzjährig in Bestform.

Möchten Sie wissen, wie viel Quarzstaub an Ihrem Arbeitsplatz anfällt? Vereinbaren Sie eine kostenlose Nullmessung mit einem unserer Spezialisten.

Veelgestelde vragen (FAQ)
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Muss die Quarzstaubexposition gemessen werden?

Schätzen reicht nicht, gemessen werden muss. Eine Expositionsermittlung nach TRGS 402 und DIN EN 689 beginnt damit, die risikobehafteten Tätigkeiten zu bestimmen, gefolgt von Messungen im Atembereich der Beschäftigten – nicht irgendwo in der Halle. Ein festes Intervall gibt es nicht: gemessen wird bei Aufnahme der Tätigkeit und erneut, sobald sich Material, Werkzeug, Arbeitsweise oder Absaugung ändern. Da Quarz krebserzeugend ist, ist zusätzlich ein Expositionsverzeichnis zu führen.

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Reicht bei Quarzstaub nicht eine Staubmaske?

Atemschutz steht am Ende der Rangfolge, nicht am Anfang. Er schützt nur den, der ihn trägt, nur solange er richtig sitzt, und nicht den Kollegen daneben. Zudem leckt eine Maske, sobald jemand einen Bart trägt oder sie zum Sprechen absetzt. Die Gefahrstoffverordnung schreibt deshalb vor, zuerst an der Quelle zu erfassen und erst danach an persönliche Schutzausrüstung zu denken. In der Praxis nutzen Sie beides: Absaugung als Basis, Atemschutz ergänzend bei Spitzenbelastungen.

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Darf Quarzstaub nach der Arbeit aufgekehrt werden?

Nein. Trockenes Kehren wirbelt genau die feine Fraktion auf, die Sie vermeiden wollten, und diese bleibt danach stundenlang in der Luft. Dasselbe gilt für das Ausblasen mit Druckluft. Verwenden Sie einen Sauger der Staubklasse H oder reinigen Sie nass. Abgelagerter Quarzstaub ist kein Rest der Arbeit, sondern ein Vorrat, der bei jeder Bewegung erneut in den Atembereich gelangt.

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Ist Quarzkomposit gefährlicher als Naturstein?

Ja, erheblich. Quarzkomposit besteht größtenteils aus fein gemahlenem Quarz, während Naturstein wie Granit einen niedrigeren Gehalt aufweist. Bei derselben Bearbeitung nehmen Sie also deutlich mehr auf. Das erklärt die Fälle beschleunigter Silikose bei jungen Beschäftigten in der Arbeitsplattenfertigung. Trockenbearbeitung von Komposit ohne werkzeuggebundene Absaugung oder Wasserzuführung ist nicht vertretbar – auch nicht für einen einzigen Schnitt.