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Feinstaub ist, was man nicht sieht und dennoch einatmet

Der Staub, der sich auf Ihren Maschinen absetzt, ist nicht der Staub, um den es geht. Den sehen Sie, und er bleibt grösstenteils in Nase und Rachen hängen. Das Problem liegt in der Fraktion, die Sie nicht sehen: Partikel, die stundenlang schweben, sich durch die gesamte Halle verteilen und bis in die Lungenbläschen vordringen. Ein Arbeitsplatz kann sauber aussehen und dennoch weit über dem Grenzwert liegen. Kiekens erfasst Feinstaub dort, wo er entsteht – in nahezu jeder Branche, in der Staub anfällt.

Was ist Feinstaub?

Feinstaub ist ein Sammelbegriff für Staubpartikel, die klein genug sind, um lange in der Luft zu schweben und tief in die Atemwege vorzudringen. Er sagt nichts darüber aus, was der Staub ist: Holz, Mehl, Metall, Zement oder Kunststoff können alle eine Feinstaubfraktion haben.

Entscheidend ist die Grösse, und dafür werden zwei Einteilungen verwendet.

Die Arbeitsschutz-Einteilung betrachtet, wo das Partikel im Körper landet:

  • Einatembarer Staub (E-Staub): alles, was über Mund und Nase eingeatmet wird.
  • Alveolengängiger Staub (A-Staub): der feinste Anteil, der bis in die Lungenbläschen vordringt und dort bleibt.

Die Umwelt-Einteilung betrachtet die Partikelgrösse selbst:

  • PM10: Partikel kleiner als 10 Mikrometer.
  • PM2,5: kleiner als 2,5 Mikrometer.
  • PM1 und ultrafeiner Staub: kleiner als 1 Mikrometer, fein genug, um über das Lungengewebe in die Blutbahn zu gelangen.

Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 70 Mikrometer dick. PM2,5 ist also rund dreissigmal dünner.

Warum Feinstaub schwerer zu beherrschen ist als Grobstaub

Grobstaub sinkt ab. Er setzt sich an der Maschine ab, an der er entsteht, Sie sehen ihn liegen und räumen ihn weg. Feinstaub tut das nicht.

Die Partikel sind so leicht, dass Luftströmungen sie mitnehmen. Sie schweben stundenlang und verteilen sich im gesamten Raum. Das hat drei Folgen, die in der Praxis unterschätzt werden.

  • Was Sie an der Quelle verpassen, bekommen Sie nicht mehr zurück. Raumlüftung verdünnt, entfernt den Staub aber nicht. Deshalb wiegt die Erfassung am Entstehungsort bei Feinstaub schwerer als bei jeder anderen Fraktion.
  • Es trifft auch, wer nicht damit arbeitet. Der Kollege, der zwanzig Meter entfernt steht und selbst nicht sägt oder schweisst, atmet dieselbe Fraktion ein.
  • Man sieht es dem Arbeitsplatz nicht an. Eine saubere Halle sagt nichts über die Konzentration aus. Eine Messung im Atembereich ist die einzige Möglichkeit, den Stand zu kennen.

Was Feinstaub im Körper bewirkt

Wo ein Partikel landet, hängt davon ab, wie klein es ist. Die gröbere Fraktion bleibt grösstenteils in Nase und Rachen hängen und wird abgehustet. Je feiner das Partikel, desto weiter kommt es: bis in die Lungenbläschen, und bei der allerfeinsten Fraktion sogar durch das Lungengewebe hindurch in die Blutbahn.

Was dann geschieht, hängt von der Zusammensetzung ab. Inerter Staub verursacht vor allem mechanische Reizung und auf Dauer Verlust der Lungenfunktion. Enthält der Staub Quarz, entsteht bleibendes Narbengewebe. Enthält er Hartholzstaub oder Chrom(VI), besteht ein Krebsrisiko. Und bei organischen Stäuben wie Getreide oder Kaffee kommt eine allergische Komponente hinzu.

Die Fraktion bestimmt also, wie weit der Staub kommt, die Zusammensetzung bestimmt, was er anrichtet. Für eine belastbare Beurteilung brauchen Sie beides.

Feinstaub innen und aussen

Hier unterscheidet sich Feinstaub von den meisten Staubfragen: Sie haben es mit zwei Regelwerken zu tun.

Innen gilt die Gefahrstoffverordnung. Sie verpflichtet zur Gefährdungsbeurteilung und gibt die Rangfolge der Schutzmassnahmen vor: erst Substitution, dann technische Massnahmen an der Quelle, dann organisatorische, Atemschutz zuletzt. Der Allgemeine Staubgrenzwert nach TRGS 900 gilt für die einatembare und die alveolengängige Fraktion. Die Expositionsermittlung erfolgt nach TRGS 402 und DIN EN 689, mit Messungen im Atembereich.

Aussen gilt das Immissionsschutzrecht. Sobald Sie abgesaugte Luft ins Freie abführen, greifen die Anforderungen der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) sowie Ihre Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz. Dabei geht es nicht um die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter, sondern um die Belastung der Umgebung.

Diese beiden Spuren stellen unterschiedliche Anforderungen an dieselbe Anlage. Ein System, das innen deutlich ausreicht, kann auf der Reinluftseite dennoch zu kurz greifen – und umgekehrt. Bei der Auslegung berücksichtigen unsere Ingenieure beide Seiten gleichzeitig.

Wo Feinstaub entsteht

Nahezu jede Bearbeitung, die Material zerkleinert, bewegt oder erhitzt, erzeugt eine Feinstaubfraktion. Was das für Ihre Anlage bedeutet, hängt vom Werkstoff ab:

  • Metallbearbeitung: Schleifen, Sägen und Polieren, beim Schweissen zusätzlich die ultrafeine Fraktion aus Kondensation.
  • Holz- und Kunststoffbearbeitung: Schleifen und Fräsen, wobei Additive und Fasern den Ausschlag geben.
  • Stein, Beton und mineralische Rohstoffe: mit Quarz als schwerwiegendstem Risiko.
  • Lebens- und Futtermittel: Getreide, Mehl, Zucker und Kaffee, wo neben der Gesundheit auch Explosionsgefahr besteht.
  • Chemie und Pharmazie: Pulver, bei denen der Wirkstoff das Risiko bestimmt.

Welcher Ansatz passt, hängt also vom Werkstoff und vom Verfahren ab. Auf unserer Seite Prozesse & Staubarten filtern Sie nach beidem und finden je Staubart die Risiken, die geltenden Regeln und die passende Absaugtechnik.

Wie gehen Sie Feinstaub an?

Die Reihenfolge liegt fest und beginnt nicht beim Filter.

  • Vermeiden, wo es geht. Ein anderes Verfahren, ein weniger staubender Werkstoff oder ein geschlossener Prozess bringt mehr als jede Anlage.
  • Erfassen an der Quelle. So dicht wie möglich an der Entstehungsstelle, bevor der Staub den Atembereich erreicht. Bei Feinstaub ist das der entscheidende Schritt.
  • Grob abscheiden, bevor fein gefiltert wird. Ein Zyklon oder Vorabscheider nimmt die grobe Fraktion auf und verlängert die Standzeit des Hauptfilters erheblich.
  • Hochleistungsfiltration für die feinste Fraktion. Welche Filterklasse erforderlich ist, ergibt sich aus der Staubart und dem geltenden Grenzwert. Luftfilter werden nach DIN EN ISO 16890 klassifiziert.
  • Messen und weiter messen. Nicht einmalig bei der Abnahme, sondern erneut, sobald sich Werkstoff, Verfahren oder Anlage ändern.

Welche Technik dazugehört, vom mobilen Gerät bis zur zentralen Entstaubung und industriellen Stofffiltern, finden Sie bei unseren Lösungen.

Kiekens: Spezialist für die Absaugung von Feinstaub

Mit über 100 Jahren Erfahrung in der industriellen Staubabsaugung konzipieren, bauen und warten wir Anlagen für nahezu jede Branche, in der Staub anfällt. Vom einzelnen Absaugplatz bis zur zentralen Entstaubung für eine komplette Produktionshalle, innerhalb und außerhalb der Grenzwerte.

Wir beginnen immer mit einer Bestandsaufnahme: Welches Material, welche Bearbeitung, wo arbeitet der Mitarbeiter und was wird nach außen abgegeben? Anschließend übernehmen wir Planung, Installation und Wartung aus einer Hand. Mit dem Clean Air Plan halten wir Ihre Anlage das ganze Jahr über in Topform.

Möchten Sie wissen, wie viel Feinstaub an Ihrem Arbeitsplatz entsteht? Fordern Sie eine unverbindliche Nullmessung bei einem unserer Spezialisten an.

Veelgestelde vragen (FAQ)
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Was ist der Unterschied zwischen PM10, PM2,5 und A-Staub?

PM10 und PM2,5 stammen aus dem Umweltbereich und sagen nur etwas über die Partikelgrösse aus: kleiner als 10 beziehungsweise 2,5 Mikrometer. E-Staub und A-Staub stammen aus dem Arbeitsschutz und sagen, wo das Partikel landet: in den Atemwegen oder bis in die Lungenbläschen. Sie messen also denselben Staub mit unterschiedlichem Zweck. Für Ihre Gefährdungsbeurteilung brauchen Sie die Arbeitsschutz-Einteilung, für Ihre immissionsschutzrechtliche Genehmigung die Umwelt-Einteilung.

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Mein Arbeitsplatz sieht sauber aus. Kann ich dann trotzdem über dem Grenzwert liegen?

Ja, und das kommt häufiger vor, als Sie denken. Der Staub, den Sie sehen, ist die grobe Fraktion, die sich abgesetzt hat. Die Fraktion, die für Ihren Grenzwert entscheidend ist, setzt sich nicht ab, sondern bleibt in der Schwebe – und die sehen Sie nicht. Eine ordentliche Halle sagt daher nichts über die tatsächliche Belastung aus. Nur eine Messung im Atembereich des Mitarbeiters bringt Gewissheit.

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Hilft Raumlüftung gegen Feinstaub?

Doch nur begrenzt. Eine allgemeine Raumlüftung verdünnt zwar die Konzentration in der gesamten Halle, entfernt den Staub jedoch nicht und greift erst, nachdem dieser bereits freigesetzt wurde. Bei Feinstaub ist das zu spät: Was einmal in der Luft schwebt, verteilt sich im Raum und erreicht auch Kollegen, die gar nicht direkt mit der Quelle arbeiten. Eine Punktabsaugung hingegen erfasst den Staub direkt an der Entstehungsstelle, bevor er in den Atembereich gelangen kann. Lüftung ist daher eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz.

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Darf gefilterte Luft in den Arbeitsraum zurückgeführt werden?

Das hängt von der Staubart und vom Abscheidegrad ab. Die Rückführung spart erheblich Heizkosten, weil keine erwärmte Luft ins Freie geblasen wird. Bei krebserzeugenden oder sensibilisierenden Stoffen gelten jedoch strenge Anforderungen, und häufig ist sie ohne zusätzliche Massnahmen nicht zulässig. Führen Sie die Luft nach draussen ab, greifen die Emissionsanforderungen der TA Luft. Lassen Sie das im Einzelfall beurteilen.

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Welche Staubklassen gibt es?

Es gibt drei Staubklassen nach DIN EN 60335-2-69: Staubklasse L für leicht gefährliche Stäube, Staubklasse M für mittel gefährliche Stäube und Staubklasse H für hoch gefährliche und krebserregende Stäube.