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Polymerstaub: Nicht der Kunststoff selbst, sondern seine Inhaltsstoffe

Abrasieve processen
Rook- & dampafzuiging
Bei der Kunststoffbearbeitung entsteht selten nur eine Art von Staub. Beim Sägen und Fräsen fallen Späne und Feinstaub an, beim Erhitzen Dämpfe und bei faserverstärkten Materialien Glas- oder Kohlenstoffpartikel. Die Gefahr geht meist nicht vom Polymer selbst aus, sondern von den beigemischten Stoffen: Flammschutzmittel, Weichmacher und Pigmente. Die Anlagen von Kiekens saugen diese direkt an der Quelle ab, präzise abgestimmt auf das Material und den Prozess.

Was ist Polymerstaub?

Polymerstaub ist der Staub, der bei der Bearbeitung und Verarbeitung von Kunststoffen entsteht: beim Sägen, Fräsen, Bohren, Schleifen, Granulieren, Extrudieren und Recyceln. Der Begriff ist weit gefasst, da Kunststoff kein einzelnes Material ist, sondern eine Familie mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften.

Für die Absaugung sind drei Faktoren entscheidend: aus welchem Polymer das Material besteht, welche Additive enthalten sind und ob es faserverstärkt ist. Diese drei Aspekte bestimmen gemeinsam, was in die Luft gelangt und wie damit umzugehen ist.

Was genau freigesetzt wird

  • Das Polymer selbst. Thermoplaste wie PE, PP, PVC und PET erzeugen bei der mechanischen Bearbeitung Späne und Feinstaub. Das Material ist leicht, was bedeutet, dass es lange in der Luft schwebt und sich leicht in der Halle verteilt. Duroplaste wie Epoxidharz und Polyester lassen sich nicht wieder aufschmelzen und zerfallen bei der Bearbeitung eher zu Pulver.
  • Die Additive. Hier liegt meist das eigentliche Gesundheitsrisiko. Flammschutzmittel, Weichmacher, Stabilisatoren und Pigmente werden mit dem Staub freigesetzt und bestimmen das toxikologische Profil – nicht der Kunststoff, in dem sie enthalten sind. Zwei optisch identische Staubströme können daher ein völlig unterschiedliches Gefahrenpotenzial aufweisen.
  • Die Fasern. Bei glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) werden beim Sägen, Schleifen und Zerkleinern harte, scharfe Partikel freigesetzt. Glasfaserstaub wirkt mechanisch reizend auf Haut und Atemwege. Kohlenstofffaserstaub ist zudem elektrisch leitfähig, was in nicht entsprechend geschützten Schaltschränken und Steuerungen Kurzschlüsse verursachen kann.
  • Die Dämpfe. Beim Extrudieren, Spritzgießen, Schweißen und beim Aufschäumen von EPS werden flüchtige organische Verbindungen (VOC) sowie thermische Zersetzungsprodukte freigesetzt. Dabei handelt es sich um Gase, nicht um Staub. Ein mechanischer Filter hält diese nicht zurück, egal wie fein er ist – dafür ist Aktivkohle erforderlich.

Geht es in Ihrem Fall vor allem um das Schleifen, finden Sie weiterführende Informationen auf unserer Seite über Kunststoffstaub.

Warum Kunststoffstaub schwer zu erfassen ist

Zwei Eigenschaften unterscheiden Kunststoffstaub von beispielsweise Metallstaub.

Er ist leicht. Ein Kunststoffpartikel wiegt nur einen Bruchteil eines gleich großen Metallpartikels und sinkt daher kaum ab. Anstatt sich an der Maschine abzusetzen, verteilt er sich im Raum und gelangt überall hin: auf Produkte, in Schaltschränke und in den Atembereich.

Zudem lädt er sich statisch auf. Kunststoff ist ein Isolator, wodurch sich durch Reibung in Leitungen und Filtern Ladung aufbaut. Das hat zwei Folgen: Der Staub haftet an Wänden und Filtergewebe, anstatt mit dem Luftstrom mitzuziehen, und die aufgebaute Ladung kann sich als Funke entladen. In einer Leitung mit brennbarem Staub ist das genau die Zündquelle, die man vermeiden möchte.

Brand- und Explosionsgefahr

Kunststoffstaub ist brennbar. Fein in der Luft verteilt bildet er ein explosives Gemisch, ähnlich wie organische Stoffe in der Lebensmittelindustrie. Die meisten Kunststoffstäube fallen in die Staubexplosionsklasse St 1, aber feine Fraktionen einiger Polymere erreichen höhere Werte – das sollte für jedes Material individuell bestimmt werden.

Beim Recycling kommt ein Risiko hinzu, das bei der Neuproduktion fehlt: Man weiß nicht immer genau, was im Materialstrom enthalten ist. Eine Charge mit abweichender Zusammensetzung oder eine metallische Verunreinigung kann beim Zerkleinern einen Funken erzeugen.

Gesetze und Vorschriften

Die Arbeitsstättenverordnung und die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) verpflichten Arbeitgeber, die Exposition gegenüber Gefahrstoffen zu beurteilen und nach dem T-O-P-Prinzip (Technische Schutzmaßnahmen vor persönlicher Schutzausrüstung) so gering wie möglich zu halten. Welcher Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) gilt, hängt maßgeblich von den Additiven ab: Für das Polymer selbst gilt meist der Allgemeine Staubgrenzwert (A- und E-Staub nach TRGS 900), während für Flammschutzmittel oder Weichmacher spezifische Grenzwerte bestehen. Das Sicherheitsdatenblatt (SDB) Ihres Rohstoffs ist daher der entscheidende Ausgangspunkt, nicht der Kunststofftyp allein.  

Bei brennbarem Staub gelten die ATEX-Richtlinien 2014/34/EU und 1999/92/EG inklusive Zoneneinteilung und Explosionsschutzdokument (Ex-Schutz-Dokument). Entstehen bei der thermischen Verarbeitung Dämpfe, müssen zudem die emissionsrechtlichen Vorgaben für die Abluft berücksichtigt werden.

Die Expositionsbeurteilung erfolgt nach DIN EN 689 (gemäß TRGS 402), die Klassifizierung der Luftfilter nach DIN EN ISO 16890.  

Branchen, in denen Kunststoffstaub eine Rolle spielt

  • Spritzguss- und Extrusionsbetriebe
  • Kunststoffrecycling und Granulierung
  • Verbundwerkstoffbau: Yachtbau, Windenergie, Luft- und Raumfahrt
  • Verpackungsindustrie und Folienverarbeitung
  • Hersteller von EPS und Dämmstoffen
  • Kunststoffbearbeitung im Maschinen- und Anlagenbau

Wie saugt man Polymerstaub effektiv ab?

Da es selten nur eine Art von Emission gibt, besteht eine Anlage meist aus mehreren aufeinander abgestimmten Stufen.

  • Quellabsaugung: an der Säge, Fräse, am Granulator oder Extruder. Bei leichten Staubarten ist dies wichtiger als anderswo: Was man an der Quelle verpasst, bekommt man in der Halle nicht mehr eingefangen.
  • Zyklon oder Vorabscheider: entfernt Späne und grobe Partikel, damit sich der Hauptfilter nicht zusetzt.
  • Schlauchfilter: fängt den trockenen Feinstaub ab.
  • Nassabscheider: für klebrige oder explosionsgefährdete Staubströme, bei denen das Wasser den Staub bindet und Funken löscht.
  • Aktivkohlefilter: für VOC und lösungsmittelhaltige Dämpfe. Kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, sobald erhitzt wird.

Bei statischer Aufladung und brennbarem Staub ist die Ausführung der Anlage ebenso entscheidend wie die Wahl des Filters. Das bedeutet leitfähige und geerdete Rohrleitungen, antistatisches Filtermaterial, Funkenerkennung und Druckentlastung. Nachträglich installierte Kunststoffrohrteile sind hier ein klassischer Schwachpunkt.

Unsere Ingenieure erfassen zunächst die Staubarten, Volumenströme und Emissionen und bestimmen auf dieser Grundlage die erforderliche Kombination aus Absaugung, Filtration und Explosionsschutz.

Kiekens: Ihr Spezialist für Absauganlagen in der Kunststoffindustrie

Mit über 100 Jahren Erfahrung in der industriellen Staubabsaugung entwickeln wir Anlagen für die gesamte Bandbreite der Kunststoffverarbeitung. Von der mobilen Einheit an einer Säge bis hin zum zentralen System für eine komplette Produktionshalle, inklusive Dampfabsaugung, wo immer diese erforderlich ist. Von der Analyse und Planung bis hin zu Installation, Einweisung und Wartung – alles aus einer Hand. Mit dem Clean Air Plan halten wir Ihre Anlage das ganze Jahr über in Topform.

Möchten Sie wissen, welche Stäube und Dämpfe bei Ihrer Produktion entstehen? Fordern Sie eine unverbindliche Nullmessung bei einem unserer Spezialisten an.

Veelgestelde vragen (FAQ)
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Wie erfahre ich, welche Stoffe in meinem Kunststoffstaub enthalten sind?

Beginnen Sie beim Sicherheitsdatenblatt Ihres Ausgangsmaterials, nicht bei der Kunststoffsorte. Dort steht, welche Additive verarbeitet sind und welche davon einen eigenen Grenzwert haben. Zwei PVC-Chargen unterschiedlicher Lieferanten können ein ganz anderes Staubprofil ergeben. Arbeiten Sie mit Rezyklat, fehlt dieses Datenblatt häufig: Lassen Sie den Staubstrom dann analysieren, statt von Annahmen auszugehen.

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Warum setzt sich mein Filter bei Kunststoffstaub so schnell zu?

Fast immer liegt es an elektrostatischer Aufladung. Kunststoff ist ein Isolator, der Staub lädt sich durch Reibung in der Leitung auf und haftet dann am Filtermedium, statt bei der Abreinigung abzufallen. Der Druckluftstoß löst ihn nicht mehr. Die Lösung liegt in antistatischem Filtermaterial und einer durchgängig geerdeten, leitfähigen Anlage. Nachträglich ergänzte Kunststoffleitungen unterbrechen diese Erdung häufig, ohne dass es jemandem auffällt.

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Muss die Absaugung bei Kohlenstofffaser anders ausgelegt sein als bei Glasfaser?

Ja. Glasfaserstaub ist abrasiv und mechanisch reizend, aber elektrisch neutral. Kohlenstofffaserstaub leitet Strom. Er kann also Kurzschlüsse verursachen, sobald er in Schaltschränke, Frequenzumrichter oder Steuerungen gelangt. Bei der CFK-Bearbeitung achten Sie deshalb nicht nur auf die Absaugung selbst, sondern auch auf die Abdichtung elektrischer Komponenten in der Umgebung.

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Kann eine Anlage sowohl Staub als auch Dämpfe erfassen?

Das ist möglich, es sind jedoch zwei getrennte Stufen in einer Anlage. Ein Stoffilter erfasst den Staub; Dämpfe gehen ungehindert hindurch. Dafür wird ein Aktivkohlefilter benötigt, angeordnet nach der Staubfiltration — andernfalls setzt sich die Kohle mit Staub zu und verliert ihre Wirkung. Beachten Sie, dass Aktivkohle sättigt und rechtzeitig gewechselt werden muss. Anders als beim Stoffilter zeigt der Differenzdruck das nicht an.

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Was ist bei der Absaugung im Kunststoffrecycling anders?

Der große Unterschied ist, dass Sie die Zusammensetzung nicht kennen. Bei Neuware wissen Sie, welches Polymer und welche Additive enthalten sind; bei Rezyklat kann eine Charge abweichen oder Metallteile enthalten. Das macht Funkenerkennung und -löschung an Granulatoren und Shreddern wichtiger als in der regulären Produktion. Auch die Filterauslegung muss großzügiger ausfallen, weil Sie nicht von einem festen Staubprofil ausgehen können.